3 Fra­gen, 3 Ant­wor­ten zu Stu­di­en bei Eierstockkrebs

Stu­di­en

Eine »Fra­gensamm­lung« kann und will selbst­ver­ständ­lich nicht das Arzt-Pati­en­tin­nen-Gespräch erset­zen, son­dern soll viel­mehr eine Ori­en­tie­rungs- und Moti­va­ti­ons­hil­fe sein. Das per­sön­li­che Gespräch ist und bleibt die unver­zicht­ba­re Basis für ein gutes Arzt-Patientinnen-Verhältnis.

Vie­le wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en konn­ten zei­gen, dass »infor­mier­te Pati­en­tin­nen« weni­ger Angst in Bezug auf die Krebs­er­kran­kung hat­ten und ins­ge­samt zufrie­de­ner mit der medi­zi­ni­schen Betreu­ung waren.

Fra­ge:

Was ist eine medi­zi­ni­sche Stu­die und wie ent­steht sie?

Ant­wort:

Eine Stu­die stellt eine wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chung dar, die durch­ge­führt wer­den muss, bevor ein Arz­nei­mit­tel oder ein The­ra­pie­kon­zept neu zuge­las­sen oder zur kli­ni­schen Rou­ti­ne wer­den kann.

Durch eine Stu­die muss belegt wer­den, dass ein Medi­ka­ment oder ein The­ra­pie­kon­zept wirk­sam und für die Pati­en­ten unbe­denk­lich ist und Vor­tei­le gegen­über ande­ren Medi­ka­men­ten oder Kon­zep­ten bringt. Kli­ni­sche Stu­di­en sind daher zwin­gend not­wen­dig, um Fort­schrit­te in der Krebs­be­hand­lung zu errei­chen und für Pati­en­ten die bes­ten und effek­tivs­ten The­ra­pie­stra­te­gien ent­wi­ckeln zu können.

Bevor eine Stu­die begon­nen wer­den kann, sind stren­ge wis­sen­schaft­li­che und gesetz­li­che Vor­aus­set­zun­gen zu erfül­len. Das Stu­di­en­pro­to­koll, in dem die wich­tigs­ten Merk­ma­le der Stu­die beschrie­ben und fest­ge­legt wer­den, wird von ver­schie­de­nen »Exper­ten« des jewei­li­gen Fach­ge­bie­tes anhand neu­es­ter wis­sen­schaft­li­cher Daten erstellt, anschlie­ßend von einem unab­hän­gi­gen Ethik­ko­mi­tee begut­ach­tet und schließ­lich der Bun­des­be­hör­de zur Frei­ga­be vor­ge­legt. Für die Durch­füh­rung einer Stu­die muss auch eine Pati­en­ten­ver­si­che­rung abge­schlos­sen wer­den für den Fall, dass Schä­den ent­ste­hen, die auf die Stu­di­en­the­ra­pie zurück­zu­füh­ren sind.

Fra­ge:

Was sind die Vor­tei­le einer Teil­nah­me an einer Studie?

Ant­wort:

Pati­en­ten, die an kli­ni­schen Stu­di­en teil­neh­men, erfah­ren eine »beson­de­re Betreu­ung«. Sie erhal­ten neu­es­te The­ra­pie­kon­zep­te, deren Über­prü­fung und Anwen­dung nur im Rah­men der wis­sen­schaft­li­chen Stu­die mög­lich sind. Bereits im Jahr 2000 konn­te die öster­rei­chi­sche Arbeits­grup­pe um den Onko­lo­gen M. Gnant (Zur Stu­die: hier kli­cken) in einer Stu­die bele­gen, dass Pati­en­tin­nen mit Brust­krebs, die unter Stu­di­en­be­din­gun­gen behan­delt wer­den, deut­lich län­ger leben als Pati­en­tin­nen, die nicht an Stu­di­en teil­neh­men. Grund hier­für ist unter ande­rem die noch inten­si­ve­re Betreu­ung und Über­wa­chung der Pati­en­ten in kli­ni­schen Stu­di­en. Stu­di­en sind also ein Qua­li­täts­merk­mal der behan­deln­den Kli­nik bzw. Pra­xis. Bit­te fra­gen Sie nach der Mög­lich­keit einer Teil­nah­me an einer inno­va­ti­ven Stu­die, damit Sie mehr The­ra­pie­op­tio­nen haben und sich an der not­wen­di­gen Ver­bes­se­rung der Erfolgs­ra­ten der Krebs­the­ra­pie bei Eierstock‑, Eilei­ter- und Bauch­fell­krebs betei­li­gen kön­nen. Auch die deut­sche Stu­di­en­grup­pe AGO (Arbeits­ge­mein­schaft für Gynä­ko­lo­gi­sche Onko­lo­gie) konn­te in ver­schie­de­nen Ana­ly­sen ein­deu­tig zei­gen, dass die Stu­di­en­teil­nah­me ein Qua­li­täts­merk­mal einer Kli­nik bzw. Pra­xis dar­stellt und allein die Anbin­dung an ein Stu­di­en­zen­trum einen Über­le­bens­vor­teil bie­ten kann. Die The­ra­pie des Eierstock‑, Eilei­ter- und Bauch­fell­kreb­ses soll­te ohne­hin vor­zugs­wei­se im Rah­men von kli­ni­schen Stu­di­en erfol­gen, um die Daten­la­ge für die Pati­en­tin­nen zu ver­bes­sern und ihnen bereits früh­zei­tig den Zugang zu neu­es­ten inno­va­ti­ven Krebs­the­ra­pien zu ermöglichen.

Fra­ge:

Wel­che Fra­gen soll­te ich bezüg­lich einer kli­ni­schen Stu­die mei­nem behan­deln­den Arzt stellen?

Ant­wort:

Vor­weg sei noch ein­mal betont: Die Teil­nah­me an kli­ni­schen Stu­di­en ist unbe­dingt zu emp­feh­len, da sie Grund­vor­aus­set­zung einer wei­te­ren The­ra­pie­op­ti­mie­rung ist. Wich­ti­ge Fra­gen sind:

  • Wer betreut die kli­ni­sche Stu­die? Wer ist mein Ansprechpartner?
  • Was ist das Ziel der vor­lie­gen­den Studie?
  • Wel­che ande­ren Zen­tren neh­men an die­ser Stu­die teil?
  • Wann hat die Stu­die begon­nen, wann endet sie?
  • Wel­che Sub­stan­zen erhal­te ich in der Studie?
  • Wie wirk­sam sind die Sub­stan­zen? Wel­ches Neben­wir­kungs­pro­fil besit­zen sie?
  • Wel­che zusätz­li­chen Unter­su­chun­gen – außer­halb der Rou­ti­ne – wer­den im Rah­men die­ser Stu­die durchgeführt?
  • Ist es erlaubt, dass ich mei­ne bis­he­ri­gen Medi­ka­men­te auch im Rah­men die­ser Stu­die wei­ter einnehme?
  • Wel­che Rech­te und Pflich­ten habe ich, wenn ich an die­ser Unter­su­chung teilnehme?
  • Wird mein Haus­arzt über die­se Stu­die informiert?

Fra­gen Sie z. B. nach Stu­di­en der deut­schen Stu­di­en­grup­pen AGO (Arbeits­ge­mein­schaft für Gynä­ko­lo­gi­sche Onko­lo­gie) und NOGGO (Nord-Ost­deut­sche Gesell­schaft für Gynä­ko­lo­gi­sche Onkologie).

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