Wissenschaftler überwacht Daten auf einem Computerbildschirm.

Bio­mar­ker-basier­te Model­le zur prä­ope­ra­ti­ven Beur­tei­lung der Adnex­mas­se: Eine mul­ti­zen­tri­sche Validierungsstudie

Autoren

MustRafał Watrow­ski,1,2,†Eva Ober­mayr,2,†Chris­ti­ne Wal­lisch,3Ste­fa­nie Aust,2Nico­le Con­cin,4Ele­na Ioana Brai­cu,5Toon Van Gorp,6Annet­te Hasen­burg,7,8Jalid Sehouli,5Ignace Ver­go­te,6und Robert Zeillin­ger2,*

Ein­fa­che Zusammenfassung

Eier­stock­krebs (OC) ist der töd­lichs­te geni­ta­le Tumor bei Frau­en. In die­ser mul­ti­zen­tri­schen Stu­die haben wir drei neue dia­gnos­ti­sche Model­le basie­rend auf Serum­pro­te­inen und Pati­en­ten­al­ter ent­wi­ckelt. Alle Model­le wur­den dann anhand von Daten aus ande­ren als den für die Modell­ent­wick­lung ver­wen­de­ten Zen­tren vali­diert. Wir haben auch die Leis­tung die­ser Model­le mit gän­gi­gen sin­gu­lä­ren Mar­kern (CA125, HE4) und Algo­rith­men (ROMA-50 und der Copen­ha­gen Index) ver­gli­chen. Wir haben moder­ne Tech­no­lo­gie (Luminex®, Aus­tin, TX, USA) ver­wen­det, die die gleich­zei­ti­ge Bestim­mung meh­re­rer Bio­mar­ker in einer klei­nen Blut­men­ge ermög­licht. Eine Kom­bi­na­ti­on des Pati­en­ten­al­ters mit vier bis sechs Mar­kern schnitt am bes­ten ab: CA125, Osteo­pon­tin, Pro­lak­tin, Hemm­fak­tor der Makro­pha­gen­mi­gra­ti­on und schließ­lich HE4 und Lep­tin. Unse­re Model­le waren bes­ser als der ROMA-50-Index, über­tra­fen jedoch nicht den Kopen­ha­gen-Index. Bei post­me­no­pau­sa­len Pati­en­tin­nen zeig­ten alle neu ent­wi­ckel­ten Model­le her­vor­ra­gen­de Ergeb­nis­se. Lei­der ver­bes­ser­te kei­nes der getes­te­ten Model­le die Dia­gno­se bei prä­me­no­pau­sa­len Pati­en­tin­nen und jenen, die auf­grund nor­ma­ler CA125-Spie­gel ver­passt wurden.

Aus­zug

Eier­stock­krebs (OC) ist die töd­lichs­te geni­ta­le bös­ar­ti­ge Erkran­kung bei Frau­en. Unser Ziel war es, neue pro­teo­mik­ba­sier­te Model­le für die nicht-inva­si­ve Dia­gno­se von OC zu ent­wi­ckeln und zu vali­die­ren. Wir haben sie auch mit dem modi­fi­zier­ten Risk of Ova­ri­an Mali­gnan­cy Algo­rithm (ROMA-50), dem Copen­ha­gen Index (CPH‑I) und unse­rem frü­he­ren Pro­teo­mic Model 2017 ver­gli­chen. Bei 356 Frau­en (250 mit bös­ar­ti­gen und 106 mit gut­ar­ti­gen Ova­ri­al­tu­mo­ren) aus fünf euro­päi­schen Zen­tren wur­den Bio­mar­ker unter Ver­wen­dung der Bead-basier­ten Mul­ti­plex-Tech­no­lo­gie (Luminex®) bewer­tet. Die Trai­nings­ko­hor­te umfass­te 279 Frau­en aus drei Zen­tren und die Vali­die­rungs­ko­hor­te 77 Frau­en aus zwei ande­ren Zen­tren. Von sechs zuvor unter­such­ten Serum­pro­te­inen (CA125, HE4, Osteo­pon­tin [OPN], Pro­lak­tin, Lep­tin und Hemm­fak­tor der Makro­pha­gen­mi­gra­ti­on [MIF]) tru­gen vier wesent­lich zum Pro­teo­mic Model 2021 bei (CA125, OPN, Pro­lak­tin, MIF), wäh­rend Lep­tin und HE4 wur­den vom Algo­rith­mus weg­ge­las­sen. Das Pro­teo­mic Model 2021 ergab einen c‑Index von 0,98 (95 % CI 0,96, 0,99) in der Trai­nings­ko­hor­te; aller­dings erreich­te es in der Vali­die­rungs­ko­hor­te nur einen c‑Index von 0,82 (95 % KI 0,72, 0,91). Das Hin­zu­fü­gen des Pati­en­ten­al­ters zum Pro­teo­mic Model 2021 bil­de­te das kom­bi­nier­te Modell 2021 mit einem c‑Index von 0,99 (95 % CI 0,97, 1) in der Aus­bil­dungs­ko­hor­te und einem c‑Index von 0,86 (95 % CI 0,78, 0,95) in der Kohor­te Vali­die­rungs­ko­hor­te. Das Full Com­bi­ned Model 2021 (alle sechs Pro­te­ine mit Alter) ergab einen c‑Index von 0,98 (95 % KI 0,97, 0,99) in der Trai­nings­ko­hor­te und einen c‑Index von 0,89 (95 % KI 0,81, 0,97) in der Vali­die­rungs­ko­hor­te . Die Vali­die­rung unse­res vor­he­ri­gen Pro­teo­mik­mo­dells 2017 sowie des ROMA-50 und des CPH‑I ergab einen c‑Index von 0,9 (95 % KI 0,82, 0,97), 0,54 (95 % KI 0,38, 0,69) und 0,92 (95 % KI 0,85, 0,98). Bei post­me­no­pau­sa­len Frau­en erreich­ten die drei neu ent­wi­ckel­ten Model­le alle eine Spe­zi­fi­tät von 1,00, einen posi­ti­ven Vor­her­sa­ge­wert (PPV) von 1,00 und eine Sen­si­ti­vi­tät von > 0,9. Die Leis­tung bei Frau­en unter 50 Jah­ren (c‑Index unter 0,6) oder mit nor­ma­lem CA125 (c‑Index nahe 0,5) war schlecht. CA125 und OPN hat­ten als Ein­zel­mar­ker die bes­te Trenn­schär­fe. Zusam­men­fas­send zeig­ten das CPH‑I, die bei­den kom­bi­nier­ten 2021-Model­le und das Pro­teo­mic-Modell 2017 zufrie­den­stel­len­de dia­gnos­ti­sche Genau­ig­kei­ten, ohne dass eines der Model­le klar über­le­gen war. Bemer­kens­wert ist, dass das kom­bi­nier­te Modell 2021, obwohl es Wer­te von nur vier Pro­te­inen mit dem Alter kom­bi­niert, eine ver­gleich­ba­re Leis­tung wie das voll­stän­di­ge kom­bi­nier­te Modell 2021 erzielt. Die Model­le bestä­tig­ten ihre außer­ge­wöhn­li­che dia­gnos­ti­sche Leis­tung bei Frau­en im Alter von ≥ 50 Jah­ren. Alle Model­le über­tra­fen die ROMA-50.

Ver­wei­se

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